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IMG 1221Was macht eigentlich ... Cedric Niebrügge?

Manche Lebenswege verlaufen geradlinig, andere in verschlungenen Schleifen – und einige scheinen schlichtweg im Zeitraffer abzulaufen. Als Cedric Niebrügge im Sommer 2020, mitten in den Wirren des ersten Corona-Jahres, sein Abitur am Ceciliengymnasium ablegte, ahnte wohl niemand, wie schnell er sich wiedersehen lassen würde. Keine sechs Jahre später hat er seinen Master of Education (Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen – Deutsch und Kunst) von der Universität Paderborn in der Tasche, das Referendariat an der Gesamtschule Verl abgeschlossen und im Mai 2026 seine erste feste Stelle am Evangelischen Gymnasium Werther angetreten. Ein Tempo, das aufhorchen lässt. 

Dabei begann seine Ceci-Geschichte zunächst mit einem Umweg. „Ich bin erst seit der neunten Klasse hier gewesen, weil ich wegen Deutsch und Latein wiederholen musste“, erzählt Cedric freimütig. Vom Rats wechselte er ans Ceciliengymnasium – und fand dort eine Lernatmosphäre, die ihn nachhaltig prägen sollte. Was ihm bis heute in Erinnerung geblieben ist? „Die Vielfalt hier, die guten Vibes und die Haltung der Lehrerinnen und Lehrer. Alles hatte eine gewisse Leichtigkeit.“ Vor allem aber: „Hier steht der Schüler im Mittelpunkt und nicht nur das Fach.“ 

Mit den Leistungskursen Biologie und Erdkunde – beendet mit einem 2,8er-Abitur – setzte Cedric durchaus eigene Akzente. Schulische Spitzennoten waren ihm jedoch nie der entscheidende Maßstab. „Mein Fokus lag stärker auf sozialen Dingen“, sagt er rückblickend. Anderthalb Jahre lang bekleidete er das Amt des Schülersprechers. Eine ebenso prägende Bühne fand Cedric in der Aula: Der Literaturkurs bei Frau Reinelt in der Q1 öffnete ihm die Tür zu einem Theaterleben, das sich beachtlich entwickelte. Produktionen am Theater Bielefeld, Opernprojekte in Detmold, „Die Dreigroschenoper“, „Peter Grimes“ und „Der gute Mensch von Sezuan“ – die Stationen sprechen für sich. Besonders eindrücklich war für ihn die Rolle des Mr. Ross in der Schulinszenierung von „Die Welle“. „Die Rolle hat mir richtig Spaß gemacht. Und irgendwie hat mich das tatsächlich zusätzlich darin bestärkt, Lehrer zu werden – nicht wegen der negativen Aspekte der Geschichte, sondern weil man darin sieht, wie sehr eine Lehrkraft Menschen beeinflussen und begeistern kann.“ 

So stand Cedric nach dem Abitur an einer biographischen Weggabelung: Schauspielschule oder Lehramt? Der Blick hinter die Kulissen des Theaters hatte ihn die Schattenseiten des Künstlerberufs erkennen lassen – die Unsicherheit, die finanzielle Volatilität. Sein Faible für familiäre Nähe und die Verwurzelung in Bielefeld gaben schließlich den Ausschlag. Mit Deutsch und Kunst entschied er sich für das Lehramt. Das Studium an der Universität eröffnete ihm dann ungeahnte Tiefen seines Fachs. „Im Studium war Deutsch noch einmal ganz anders. Da ging es plötzlich um Linguistik, Semiotik, Pragmatik, Morphologie.“ Parallel belegte er zahlreiche Dramenkurse, was eine „ganz neue Freude am Fach Deutsch“ weckte. Auch das Fach Kunst erwies sich als Glücksgriff: Blockseminare, gemeinsame Projekte, Studienreisen nach London und Berlin. Wie schafft man so viel in so kurzer Zeit – Studium, Theater, Nebenjobs, soziales Engagement? „Vor allem Zeitmanagement und Prioritäten setzen“, sagt Cedric. Und ergänzt einen Satz, der viel über seine Haltung verrät: „Für mich musste nie alles perfekt sein. Nicht jede Leistung muss eine Eins sein.“ 

Die Verbindung zu seiner alten Schule ist nie abgerissen. Freundschaften, Baumumgang, Schulveranstaltungen und wohin führt ihn die erste Klassenfahrt an seiner neuen Schule? Und so schließt sich der Kreis: ins Walter-Requardt-Heim auf Spiekeroog. Von der Schulbühne ans Lehrerpult, vom Schülersprecher zum Klassenlehrer – Cedric Niebrügge hat in wenigen Jahren einen beachtlichen Bogen geschlagen. Dass er dabei jene Leichtigkeit, Offenheit und Begeisterungsfähigkeit bewahrt hat, die er einst am Ceci so geschätzt hat, dürfte seinen künftigen Schülerinnen und Schülern in Werther zugutekommen. Momentan ist ihm eine gewisse Anspannung allerdings abzuspüren. Seine zweite Theater-Inszenierung mit „Lost in Education“ im TAMdrei steht kurz vor der Premiere (12.06.2026). Dafür und für seinen neuen Lebensabschnitt als Lehrer wünschen wir vom Ceci unserem Ehemaligen von Herzen alles Gute.